Z.W.E.I.F.E.L.

Zweifel sind hässlich. Meine Zweifel sind so, so monströs hässlich. Jetzt, wo ich das aufschreibe, geht es mir wieder etwas besser, aber die letzten paar Tage waren unangenehm. Unangenehm und geprägt von Zweifeln. Aber was ich jetzt gerade von Loki fühle, ist dass Er darauf besteht, dass ich das Thema genau ansehe. Auch wenn es hässlich ist und, gegebenenfalls, sogar blasphemisch. Aber ich kann Ihn damit nicht verletzen, und deswegen fühle ich von Ihm nur, “Leg los. Hau in die Kacke.” (Igitt, Loki, wirklich?)

Rede ich mit der Wand in meinem Wohnzimmer? Mit der Luft? Mit einem Hirngespinst? Ich sitze im Dunklen und rufe ins Weite, und höre ich mehr als mein eigenes Echo? Wirklich?

Während andere sich Gedanken machen, wie individuell und separat die Götter sind, oder nicht, zerbreche ich mir den Kopf (und das Herz) über Fragen nach der bloßen Existenz der Götter.

Nicht: Ist Loki ein Aspekt von Odin?
Nicht: Sind etwa Loki und Odin, und alle anderen Götter Aspekte, “Ausdrucksformen” eines Urgöttlichen monolithischen, eigenschaftslosen Wesens, “Gott”?
Nicht: Spreche ich möglicherweise mit einer anderen Gottheit?
Nicht: Spreche ich mit einer anderen Art Geistwesen (Tulpas, Gedankenformen, Egregores)?
Nicht: Gibt es die Götter, im Gegensatz zu: Gibt es “Gott”?

Die Frage ist: Gibt es die Götter überhaupt, oder ist die Welt materialistisch.

Das sind natürlich nicht die einzigen Optionen, aber es sind die einzigen Optionen, die für mich gerade von Bedeutung sind. Wenn Die Götter existieren, dann deuten alle meine Erfahrungen darauf hin, dass Sie unterscheidbar und individuell sind — wobei ich aber selbstverständlich(!) niemanden kritisieren will, der andere Erfahrungen macht und daher anderer Meinung ist. Bitte verwechsle mich keiner mit religiösen Fundamentalisten der polytheistischen Geschmacksrichtung!

Wenn Sie aber nicht existieren, so muss ich mich fragen: Macht das für mich einen Unterschied? Wenn Sie nur Hirngespinste sind, und seien Sie sehr komplexe, elaborierte, langlebige und kollektive Hirngespinste… würde sich dann für mich etwas ändern?

Und die Antwort darauf muss lauten: JA, das würde es. Sehr sogar.

Meine gesamte mystische Beziehung zu Loki ergäbe von heute auf morgen keinen Sinn mehr. Vielleicht könnte ich zwar ein paar der Benefits daraus mitnehmen. Aber die Beziehung an sich wäre dadurch völlig sinnentleert — denn ein kollektives Hirngespinst hat keine Interessen, und ein kollektives Hirngespinst empfindet nicht. Ein kollektives Hirngespinst empfindet vor Allem eines nicht: Liebe. Und eine mystische Beziehung ist im Grunde ihres Wesens eine Liebesbeziehung.

Das bedeutet aber auch: niemand sollte mich fragen, ob die Götter existieren und eine unvoreingenommene Meinung erwarten, denn ich bin befangen. Es hängt zu viel an der Antwort auf die Frage, als dass ich mir eine unvoreingenommene Haltung zutrauen würde.

Das ist mehr, als die meisten harten Polytheisten, bzw. eigentlich vor Allem die Mystiker unter ihnen, zugeben würden. Dieser Umstand macht es aber nicht weniger wahr. Jeder “Spirit Worker”, Priester, etcetera, hat unendlich viel zu verlieren, wenn es um die Möglichkeit einer Nichtexistenz der Götter geht. Diese Menschen mögen zwar betonen, wie viel Arbeit es ist, die sie aufgebrummt bekommen, und dass es nicht immer spaßig ist, diese Art Arbeit zu tun. Aber das bedeutet nicht, dass jeder einzelne von ihnen nicht in einer Liebesbeziehung mit einer oder mehreren Gottheiten steckt. Das bedeutet nicht, dass auch nur ein einziger von ihnen unbefangen ist. Sie sind es nicht.

Und so sind auch die “Belege”, die ich bisher gesehen habe, nichts weiter als Statistik-Spielchen von Leuten, die in der Regel weder Statistik-Experten, noch Neurologen noch Psychologen sind. Es sind “Statistiken”, die von Leuten angeführt werden, die von “selective Reporting” oder dem “Gesetz der großen Zahlen” noch nie etwas gehört haben. Aussagen über Unwahrscheinlichkeit von Ereignissen (in der Reinform von Omen), die keiner statistischen Prüfung standhalten würden, schon allein aufgrund der geringen Stichprobengrößen nicht. Statistiken also, die jegliche Signifikanz einbüßen, sobald man in der Statistik gängige Maßstäbe anlegt.

In diese lange Reihe von Omen und Synchronizitäten gesellen sich einige wenige Erzählungen von tatsächlich unmöglich erscheinenden Geschichten: tanzende oder sich in Reih und Glied aufstellende Kerzen lassen sich da finden, und hüpfende Waschmaschinen (ausgeschaltet, natürlich). Flackernde Straßenlaternen glaube ich, hüpfende Waschmaschinen glaube ich nicht, solange ich sie nicht habe hüpfen sehen.

Ich glaube zum Beispiel auch daran, dass Menschen vergessen, was sie wann und wem gesagt haben. Ich glaube genauso daran, dass Menschen vergessen, was sie wann und von wem gehört haben. Ich glaube auch, dass viel “Gedankenübertragung” einfach damit zu tun hat, wie und wann das passiert, und damit, wie solche Information unbewusst vom Empfänger verarbeitet wird.

Ob es tatsächliche Gedankenübertragung dieser Art gibt? Oder ob es sogar Übertragungen von Gedanken und Details von Gottheiten an eine sterbliche Person gibt? Das hängt von der Existenz der Gottheit ab. Aber Ihre Nichtexistenz anzunehmen, würde mitnichten solche Erfahrungen, dass plötzlich einer Person irgendwelche Details aus dem eigenen Leben bekannt sind, unmöglich oder unerklärbar machen.

Was also bleibt übrig? Am Ende nur das übliche empörte Getue von investierten Menschen, wenn man sie fragt: “Sag mal, woher weißt Du eigentlich, dass <Gottheit X> überhaupt existiert?”

Dieses hier ist neulich auf tumblr passiert:

Person A (zu B): “woher weißt Du , dass <Gottheit X> existiert?”
Person B: “woher weißt Du , dass Schwerkraft existiert?”

Damit aber bringen die derart pikiert Reagierenden mit ihrer Reaktion nur ihre eigene Befangenheit zum Ausdruck, und mitunter auch einfach ihr geradezu unerschöpfliches Vermögen, die eigene Vernunft zum Schweigen zu bringen. Mit Sicherheit ist tumblr nicht das Maß aller Dinge, was Vernunft angeht. Aber man muss sich nicht besonders weit umsehen, um genau diese Einstellung auch anderswo reflektiert zu finden.

Wer nicht anerkennt, dass die Existenz von Göttern unter Umständen für immer unerkennbar ist (der Informatiker spricht von nicht entscheidbaren Problemen), der betrügt sich mit der höchsten Wahrscheinlichkeit selbst. Der ignoriert die Tatsache, dass es für diese Existenz keinerlei wissenschaftlich haltbare Anhaltspunkte gibt. Und der ignoriert vor Allem auch, wie mächtig unser Gehirn tatsächlich ist.

Ein interessanter Artikel den ich dazu gelesen habe, zeigt zum Beispiel auf, wie sich das Gehirn durch intensives Beten verändert. Der eigentlich interessante Punkt ist nicht, dass sich das Gehirn dadurch verändert — das entspricht meiner Erwartung und ist nicht weiter überraschend. Der aus meiner Sicht interessanteste Punkt an dem Artikel ist: es ist völlig egal, ob das Gebet in einem christlichen, muslimischen, hinduistischen, oder gar in einem nicht theistischen Kontext passiert (etwa in Form von Meditation).

Demnach gleichen sich mystische Erlebnisse nicht nur von Religion zu Religion (was für manche Religionen schon ein schwerer Schlag sein dürfte), sondern es ist zusätzlich so, dass ein Gott-Wesen für mystisches Erleben nicht nötig ist.

Das bedeutet nicht, dass die Götter nicht existieren. Es bedeutet nur, dass unser Gehirn nachweislich ganz ohne Götter zu ekstatischem mystischem Erleben in der Lage ist. Es bedeutet, dass sogar unser subjektives Empfinden letztendlich als “Beweis” — sogar wenn es nur um einen persönlichen, subjektiv geltenden Beweis geht — nicht aussagekräftig ist.

Und nun, was fange ich nun an? Ich weiß, dass mir Beteuerungen der Art “aber ich weiß, dass <Gottheit X> existiert, und sei unbesorgt, <Gottheit X> hört dich” nicht helfen werden. Ich weiß auch, dass mir Omen nicht helfen werden (es sei denn, meine Waschmaschine fängt an zu hüpfen und meine Kerzen stellen sich in Reih und Glied, ohne dass ich sie anfasse).

Meine Spiritualität und Religion hat mir in relativ kurzer Zeit sehr viel Gutes eingebracht. Ich habe viel gelernt. Ich bin heute, sogar nach einigen schlechten, von Zweifeln geprägten Tagen, weniger depressiv als noch vor zwei, vor fünf, oder sogar vor 25 Jahren. Meine mystische Beziehung hat mein Leben sehr bereichert, obwohl ich einige Dinge darüber auch verloren habe.

Zu Beginn diesen Jahres ging es um den Abschied vom “Zurückwollen”. Aber was kommt nun? Die Angst vor dem “Zurückmüssen”? Es sieht leider ganz danach aus…

P.S.: inzwischen geht es mir, wie eingangs gesagt, besser. Der ekligste Teil des Zweifelns ist vergangen und es ist wieder etwas, das ich in meinem Hirn, aber nicht unbedingt in meinem Herzen trage.

P.P.S.: meine Devotionalien habe ich über die Zeit trotzdem gemacht. Ich war es schuldig, es wenigstens zu versuchen.

P.P.P.S.: falls jemand sich fragt, was ich denn nun letztendlich glaube: ich glaube, dass Loki existiert und dass ich tatsächlich mit Ihm in Interaktion und in Beziehung bin. Ich erkenne aber an, dass das nicht beweisbar oder seine tatsächliche Natur nicht erkennbar ist. Man nennt es agnostischen (Poly)Theismus.

P.P.P.P.S.: Zweifeln ist erlaubt und muss auch erlaubt sein.

P.P.P.P.P.S.: Bei einem argumentum ad consequentiam wird mich wohl so schnell keiner ertappen. (Damit ist ein Fehlschluss der der Form “A hätte unangenehme Konsequenzen, also ist A falsch” gemeint). Lieber stehe ich vor anderen Gott-Verbundenen blöd da.

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Myriad Hallaug Lokadís
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25 Responses to Z.W.E.I.F.E.L.

  1. Alexis Solvey Viorsdottir says:

    Hat dies auf Geschichten einer urbanen Priesterin rebloggt und kommentierte:
    Sehr schöner Beitrag über das Thema “Zweifel” in mystischen Beziehungen.

    • Myriad says:

      Danke für den Reblog! :)

      • Alexis Solvey Viorsdottir says:

        Kommt der noch auf Englisch?

      • Myriad says:

        Ja. Muss. (Eingabe von oben, ich hätte auch drauf verzichten können…).

      • Alexis Solvey Viorsdottir says:

        Dann bin ich sehr gespannt, wie die Reaktionen sein werden.

      • Myriad says:

        hmmja, ich glaube ja eher an “verhalten”. Bei den Amis kann ich im Moment nichts reißen, die sind so mit sich selbst beschäftigt und den politischen Spielchen in der Community. Aber ich werd’ die Übersetzung schreiben und posten :) wer weiß!

      • Alexis Solvey Viorsdottir says:

        >>>politischen Spielchen in der Community
        Was hab ich diesmal verpasst?

      • Myriad says:

        … Politik im größeren Stil. Was Anfang des Jahres mit der Popculture Paganism debatte losging, hat sich inzwischen zu einem regelrechten Grabenkampf entwickelt, bei dem sich nicht nur die Ansichten zuspitzen, sondern auch strategische “Moves” gemacht werden. Es geht nicht mehr um Popkultur, sondern es geht um orthodoxe Orthopraxie-Vorschriften (ja!!!), die sich halt nicht jeder gefallen lässt. Da werden Schlag auf schlag gemeinsame Blogprojekte wiederbelebt, Diskussionsforen aus dem Boden gestampft, et cetera. Ist wie im kalten Krieg, es haben sich “Lager” herausgebildet. Nicht schön. Die amerikanische Heidenszene zerfleischt sich gerade selbst…

        Mehr Details kann ich bei Bedarf per Mail zusammenfassen :)

      • Alexis Solvey Viorsdottir says:

        Ja bitte. Aber so generell… ist das traurig, he…!! -.-

  2. Frau Koriander says:

    Ich bin der Meinung,dass etwas trotzdem existieren kann,auch wenn unsere (heutigen) Mittel keinen Beweis zulassen.Und wenn man bedenkt,wie sich in manchen Wissenschaften nur auf theoretische Modelle gestützt wurde/wird und darauf tausend andere Sachen aufbauen und so zu arbeiten ist ganz offiziell anerkannt….Ich finde,da sollten die Gotteszweifler einfach mal die Klappe halten,ne…;-)

    • Myriad says:

      Ich sage ja auch nicht, dass durch wissenschaftliche Studien belegt ist, dass Götter nicht existieren. Ganz im Gegenteil! Natürlich können Dinge existieren, obwohl kein Beweis dafür erbracht wurde. Die Nichterbringung eines Beweises hat keinerlei Auswirkungen auf den Wahrheitsgehalt einer Annahme.

      Allerdings: keiner garantiert, dass ein solcher Beleg in die eine oder andere Richtung, jemals überhaupt möglich sein wird.

      Wenn Du sagst, die Gotteszweifler sollen die Klappe halten, möchte ich dem entgegenhalten: Nein, sollen sie nicht. Es hat mich schon sehr viel an Überwindung gekostet, das überhaupt zu veröffentlichen. Ich finde aber, dass insbesondere unter Gott-Verbundenen viele Pseudo-Sicherheiten verbreitet und Zweifel stigmatisiert sind. Und genau aus dem Grund sollten diejenigen, die Zweifel haben und sich trauen, das kundtun.

      Wohlgemerkt: Zweifel! Nicht “Ich WEISS dass keine Götter existieren, weil kein Beweis dafür existiert”. Zweifeln ist erlaubt und gesund. Vom gnostischen Atheismus halte ich dagegen, genau wie Du auch, gar nichts…

      • Frau Koriander says:

        Die sollen mal die Klappe halten…nicht immer…;-)
        Jeder soll glauben oder nicht glauben,was er mag.
        Er sollte nur den anderen auf seinem eigenen Weg nicht ständig in Frage stellen.
        Mir hat jemand mal gesagt: Man muss nicht immer alles beweisen und logisch erklären.
        Ich glaube,das ist so ein Fall.
        Wobei es für Selbstzweifler wie uns ganz gut wäre,wenn es Beweise dafür oder dagegen gäbe.
        Dann wäre die Sache ganz einfach geklärt.
        So eiern wir weiter von einem Tief zum Hoch zum nächsten Tief(kommt mir zumindest manchmal so vor),weil das alles so subjektiv ist.
        Und diese Hochs und Tiefs wechseln für meinen Geschmack manchmal ganz schön oft.

      • Myriad says:

        ;-) hehe, okay, so kann man’s natürlich auch sehen!

        Ich sehe das mit der Einmischung in anderer Leute Spiritualität oder Religion ganz ähnlich. Selbst wenn man der Meinung ist, die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben, stehen einem solche Ansagen, die den wesentlichen Teil von jemand anderes Religiöser Überzeugung betreffen, nicht zu. Man kann sagen: ich bin anderer Meinung. Man kann diese Meinung auch mal diskutieren. Das ist alles kein Problem. Aber “deine Religion ist Bullshit, ich weiß es besser” ist ehrlich gesagt schon nicht einmal mehr unter “schlechter Stil”, sondern eher unter “unverschämt” zu verbuchen.

        Eiern zwischen Hochs und Tiefs… gehört fast dazu denke ich. :) Solvey hat unten dazu was schönes gesagt.

        Aber ja. Die letzten Tage hätte ich mir auch einen Beweis gewünscht, das kannste mir aber glauben :D

  3. Alexis Solvey Viorsdottir says:

    >>>dass insbesondere unter Gott-Verbundenen viele Pseudo-Sicherheiten verbreitet und Zweifel stigmatisiert sind<<<

    Das finde ich sehr interessant. Keine Ahnung ob ich die Einzige bin, der ihr Gott gesagt hat, dass sie Ihn anzweifeln soll… aber Fakt ist, Er hat's getan. Vielleicht weil Sie … wenn Sie denn existieren… natürlich um Ihre Nicht-Beweisbarkeit wissen und daher wollen, dass wir uns mit Ihnen auf allen Ebenen des Möglichen auseinander setzen. Wenn ein Mystiker nicht Phasen des Zweifels hat, dann macht er meiner Meinung nach irgendwas falsch. Dinge infrage zu stellen bringt einen dazu, die Sache immer neu zu betrachten, immer neu zu bewerten. Auf diese Weise kann man auch immer wieder JA sagen.

    • Myriad says:

      Das ist ein sehr schöner, und in sich schlüssiger Gedanke, den ich mir merken muss.

      Bei mir war’s eher so, dass die Zweifel einfach da waren, und sobald ich wieder zuhören konnte, hat mir Herr L. sehr klar gemacht, dass Ihn das nicht stört, und dass ich da hinsehen soll. Gewissermaßen so etwas Ähnliches, wie das, was Du beschreibst, nur vom anderen Ende aus betrachtet ;-)

      Ich kann das mit der Stigmatisierung nicht mit Sicherheit sagen, aber ich habe über die Zeit sehr viele Aussagen der Form “I know XYZ with certainty“. Und jedes Mal bin ich versucht, zu sagen, “bullshit”. Sogar wenn ich nicht das Herzzweifeln habe, mein Kopf macht so Aussagen nicht mit… ich frage mich, welcher Teil der jeweiligen Person dann in solchen Momenten diese “Sicherheit” verkündet. Frage ich mich wirklich… denn mein Intellekt ließe mich solche Aussagen nicht treffen ;-)

      • Alexis Solvey Viorsdottir says:

        Du bist einfach zu klugt :-P

      • Myriad says:

        LOL bestimmt :-P :D

      • Frau Koriander says:

        Ihr seid beide zu klug…*seufz*
        Das mag ich übrigens am Buddhismus,dass Buddha ganz klar sagt:
        Glaubt mir nichts,sondern überprüft bitteschön erstmal alles für euch selber.
        Deswegen ist der Buddhismus wahrscheinlich bei uns so unpopulär,da muss man selber denken und hinterfragen.
        Auweia…

      • Alexis Solvey Viorsdottir says:

        Der ist doch gar nicht so unpopulär. Ich kenne mehrere in meinem direkten Umfeld. Vielleicht auf die breite Masse betrachtet schon. Hm…
        Aber ja du hast recht. Selber denken muss man. Und das ist gut so!!!

      • Frau Koriander says:

        Ich kenne leider keinen…

      • Myriad says:

        Hmmm, meine Cousine und ihr Mann sind Buddhisten… aber welche “Variante” des Buddhismus, da wäre ich überfragt.

        Buddhismus hat schon so ein bisschen einen Boom erlebt, gerade so um die Jahrtausendwende. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass sich Richard Gere zum Zen bekannt hat, und dass er nicht der einzige ist. Aber ja. Selber denken und vor allem *selber machen* — ist einerseits populär, da es eine Loslösung vom Dogma bedeutet; gerade die amerikanischen Christen sind teilweise sehr dogmatisch. Aber andererseits ist das auch eine Einstiegshürde, denn man muss erstmal Arbeit investieren. Ist bei den Heidentümern aber letztlich auch so :)

  4. Hat dies auf Dance of the dragon rebloggt und kommentierte:
    Wer kennt sie nicht, die Zweifel auf dem Weg und in der eigenen Beziehung zum Göttlichen?
    Ein schöner Artikel von Myriad.

  5. Hallo Myriad,
    *lach* jetzt hatte ich soviele Gedanken zu dem Thema und wollte sie gern mit Dir teilen… Und nu… o.O X-D.
    Wie Du schon schreibst: Zweifel zu haben empfinde ich persönlich auch als völlig normal und gesund. Ich bin der Meinung, dass sie (mich) auf dem Boden lassen.

    Was die Existenz des Göttlichen (damit mein ich jetzt mal die Gesamtheit der Hohen :) ) anbelangt… Für mich ist es klar, dass es für Sie keine Beweise gibt.
    Und ja, ich bin der Meinung, dass es “göttliche Wahrheit(en)” gibt.-Doch diese kann ich nicht beweisen. Mittlerweile bin ich auch an dem Punkt wo ich mir sage: “Wozu auch?” Ich bin sooft in Gesprächen mit missionseifrigen Christen gefragt worden: “Woher willst Du wissen, das Deine Götter existieren? Woher willst Du wissen, dass es “göttlich” und nicht “teuflisch” ist?””
    Ich habe für mich so viele (subjektive) Erfahrungen gemacht (und mache sie immer noch), die MICH davon überzeugen, dass es das Göttliche gibt. Und das nicht nur seit ich den “heidnischen” Pfad gehe, sondern so lange wie ich mich erinnern kann. Dh. auch der Zeit, in der ich den christlichen Weg ging. Insgesamt also ein Zeitraum von gut 27 Jahren. Meine Zweifel wurden bisher zumindest immer gestillt ;).

    Doch das sind meine Erfahrung und natürlich auch nur meine subjektive Überzeugung, niemandes sonst. Und sie “reichen” mir für meine Überzeugung. Andere müssen ihre eigenen Erfahrungen machen, bzw. haben ihre Erfahrungen gemacht. Und das ist eben ihres.

    Mein Opa, der Priester war, hat immer wieder gern die Bibelverse zitiert: “Wie du glaubst, so geschieht dir.” bzw. “Dir geschehe, wie du geglaubt hast.” Und mich haben meine UPG´s zu der Erkenntnis geführt, dass dies zutreffend ist.
    Kann selbstverständlich auch einfach eine “sich selbst erfüllende Prophezeiung” sein oder ein Mindfuck sein ^_^, sicher. Alles möglich. :D
    Aber solange ich keine gegenteilige Erfahrungen mache… Habe ich keinen Grund die Exitenz der Göttlichen in Frage zu stellen.
    Für mich spielt die bloße Möglichkeit (und die sehe ich durchaus), das die Göttlichen nur in meinem Kopf existieren könnten derzeit einfach keine Rolle. Ich bin da recht “pragmatisch”: Meine spirituelle Wahrheit tut mir gut. Meine spirituelle Praxis tut mir gut. Das Erleben meiner Göttlichen tut mir gut, und alles zusammen bereichert mein Leben ungemein und erfüllt es. Warum sollte ich das aufgeben wollen? (Was mich dann wiederum zu der Frage bringen könnte: Wenn es möglich wäre, die Nicht-Existenz der Göttlichen zu beweisen… Würde ich dann trotzdem weiter an Ihnen festhalten? Würde sich dann etwas für mich ändern? X-D )

    Mich haben etliche missionseifrige Christen gefragt, was ich denn tun würde, wenn ich nach meinem Tod herausfinden müsste, das mein gesamter Glaube “falsch” gewesen sei und ich deswegen verstoßen würde und in die “ewige Verdammnis” müsse.
    Meine Antwort darauf ist, das ich das herzlich gerne in Kauf nehme. Meine Lebensphilosophie, meine ethischen und moralischen Vorstellungen ähneln in einigen Punkten denen des Christentums (*Kunststück, wenn man daran denkt, das die “Kernaussagen” in allen Religionen eigentlich schon dieselben sind, bzw. sich diese sehr ähneln ;) ), und ich versuche diese so gut es geht in diesem Leben zu leben und dabei meinen Göttlichen, der Schöpfung und natürlich auch meinem eigenen Gewissen zu dienen.
    Wenn mich ausschließlich das Angehören an eine andere Religion, einen anderen spirituellen Pfad “schuldig” macht… Ja mei… Da gehe ich lieber in die Hölle, als “jubelnd” an der Seite eines unbarmherzigen, “unfairen”, egoistischen und ignoranten Gottes zu sitzen. *grusel*
    Ich kann mir fast nix Erbärmlicheres und Grusligeres vorstellen.

    Ähnlich sehe ich es mit der Existenz der Göttlichen. Für mich stellt sich (momentan X-D ) einfach nicht die Frage OB Sie existieren. Und sollte während des Sterbens oder nach meinem Tod feststellen, das Sie nicht existieren… Kann ich zumindest sagen, dass mein Leben soweit gelebt habe, dass ich sagen darf: “Es war erfüllt. Und ich kann gehen, ohne etwas bereuen zu müssen.”

    So… Und nu hör ich lieber auf *G*.
    Entschuldige den langen Text. X-D

    Liebe Grüße
    Siat

    • Myriad says:

      Hiya Siat,

      danke für den laaaaangen Kommentar (und den Reblog)! Ich werd’ vermutlich nicht so ne lange Antwort hinbekommen bzw. nicht jeden einzelnen Punkt ansprechen können, den Du aufwirfst.

      Ich werd’ mal mit dem Zweifel an der Existenz der Götter anfangen…

      Insgesamt glaube ich, dass es einen Unterschied macht, ob mein Kopf zweifelt — denn das tut der dauernd, den krieg ich nicht abgeschaltet und will ihn auch nicht abschalten können. Der Kopfzweifel geht über Wissen um Logik und Beweisführung, um Psychologie, Ergebnisse der Neurowissenschaft, um Physik, et cetera. Im Weitesten Sinne über die Naturwissenschaften. Mein Kopf weiß, dass es bisher keine Beweise für die Existenz der Götter gibt, und vermutet sehr stark, dass es diesen Beweis wohl auch nie geben wird. Und da ich in der selben Welt lebe, in der dieser Beweis nicht existiert, weiß auch mein Kopf, dass diese Zweifel durch das Nichtwissen auch für mich gelten. Mein Kopf weiß VOR ALLEM auch, dass mein subjektives Empfinden weder für andere noch für mich ein Beweis ist.

      Wenn das Herz zweifelt — was in der Situation, die zu dem Blogpost geführt hat, der Fall war, dann wird es ekelig. Denn dann bekommt eben jenes Kopf-Wissen einen ganz anderen emotionalen Stellenwert, als wenn “das Herz” nicht in diesem Zweifel-Zustand ist. Intellektueller versus emotionaler Zweifel, sowas in der Richtung. Dann wird man für die eigenen Erfahrungswerte völlig unzugänglich, da sie ganz anders ausgewertet werden: nämlich unter der Prämisse, dass man ja eben nichts weiß, und dass subjektives Empfinden das auch nicht ändert. Die eigenen Erfahrungen werden dann ganz anders bewertet, und Überzeugungen, dass etwas richtig und wahr ist, treten mal eben den Abflug an.

      Dann stellen sich auf einmal die Fragen nach den Konsequenzen, und da kommen dann so Fragen wie die nach der Natur der Götter mit ins Spiel.

      Solvey hat in einer Mail angesprochen, dass mein Problem auch daher rührt, dass ich mit der Idee, die Götter als Symbole zu betrachten, eben nichts anfangen kann. Ich würde nicht sagen *nichts*. Es geht dann nur am Wesen meiner Beziehung zu den Göttern vorbei. Nicht zu ALLEN. Viele sind für mich in meinem Erleben durchaus auch (wenn es denn sein müsste) als “Symbole” wahrnehmbar — einfach in der Art, wie Sie mich beeinflussen. Aber die, die mir sehr nahe stehen, und Allen voran natürlich Loki… bei Denen würde es ziemlich “reinhauen”. Ich kann irgendwie halt keine derart persönliche Beziehung zu einem Symbol aufbauen. Vielleicht kann ich zu einem “Symbol” mehr Beziehung aufbauen, als zu etwas, das ich als “Hirngespinst” bezeichnet habe — das also de facto nicht existiert. Aber ich kann zu einem Symbol nicht die Art von Beziehung aufbauen, die ich zu Loki habe… und damit wird so eine Zweifel-Situation für mich natürlich schwer.

      Und letztlich muss man dann die Entscheidung, treffen, wie man dann mit so etwas umgeht. Was für mich messbar (zumindest subjektiv messbar) ist, ist mein Wohlbefinden, und “Weisheitsgewinn” oder sowas in der Art. Diese Dinge sind vom Kopf her natürlich unabhängig davon, ob ich mich irre. Aber wenn das Herz da mitmischt, dann bin ich ja für die “Quelle” dieser messbaren Verbesserungen nicht mehr zugänglich. Dann stellt dieser Irrtum eine unüberwindbare emotionale Hürde dar, und ich würde nicht “drankommen”… was die ganze Sache vom Prinzip her zwar hübsch, aber für mich praktisch leider… unpraktikabel macht. :)

      Sooo, das war’s dann erst mal von mir, hoffentlich bis bald!

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