Aufruhr und Unruhe — wie lässt man Loki zu, wenn es einem gut geht?

Puh, was für eine Zeit. Ich habe, noch nicht allzu lang her, meine Divinationspraxis wieder aufgenommen — rein technisch: es sieht aus wie Tarot, ist es aber nicht, und vielleicht ist das auch ein interessantes Thema für einen extra Blog-Post.

Auf jeden Fall habe ich in der letzten Zeit einen Haufen Karten gesehen, die sich mit Disziplin, Willensanstrengung, Festhalten, Ausdauer, und (daraus resultierendem) erarbeitetem Erfolg bzw. Stärke befassen: der Wagen war dabei, zwei mal, die Sechs der Stäbe, die Vier der Scheiben, die Neun der Stäbe — lauter so Karten halt. Und immer gab es eine, die so gar nicht dazu passen wollte: die Zehn der Kelche, die Vier der Kelche, die Sieben der Scheiben. Karten, die im Gegensatz zu den anderen Leichtigkeit, Fröhlichkeit und spielerischen, flexiblen Umgang mit “ernsten” Themen ausstrahlen.

Loki brachte, charmant wie Er einmal ist, einen ganz wichtigen Punkt zur Sprache: Blockieren von Veränderung. Blockieren von Veränderungen als Thema ist jetzt nichts Neues für Loki-Leute, aber meist wird es im Zusammenhang mit festgefahrenen, aufrecht erhaltenen Situationen behandelt, die in sich aber eigentlich ungut sind. Situationen, die einem schaden, man will es nur nicht sehen, weil das schon immer so war, und sooo schlimm ist es ja auch wieder nicht. Das ist so das typische Loki-Szenario (und viele werden wissen, wie sowas dann meist über die Bühne geht).

Aber was ist mit Situationen, die gut sind? Die gewollt sind, vielleicht sogar gegeben? Die will man ja nicht verändern, nicht wirklich. Vielleicht darf man auch gar nicht… aber dennoch, so Jemandes enigmatische Andeutung, gilt es Veränderung nicht zu blockieren. Und auf beidem — sowohl der Einschätzung der Situation, als auch auf der eindeutigen Warnung, bestand Er, natürlich ohne Erläuterung, denn sowas wäre ja auch nur nützlich oder so :)

Und neulich ist es mir dann eingefallen: ich saß im Bus auf dem Weg zwischen A und B, und hatte Zeit zum Nachdenken über das, was Er mir gesagt hatte, mit den und über die vielen Karten. Da im Bus fiel mir mein Treuegelöbnis ein: etwas, über das Er und ich uns einig sind, und das ich nicht ändern möchte — wäre nicht so angesagt, von wegen Gelöbnis und so. Und dennoch: ich würde im Augenblick noch nicht einmal die Möglichkeit einer Änderung zulassen.

Alles, was auch nur danach riecht, lasse ich so an mir abprallen, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Es würde mich nicht berühren. Und diese Unberührbarkeit ist etwas, das es mir in der Interaktion mit Loki schwer macht — sie macht es schwer für Ihn, mich, naja, eben zu berühren.

Soll das heißen, dass Er mich zum Eidbruch anstiftet? Natürlich nicht (und wenn ich das dächte, hätte ich’s ja wohl echt nicht besser verdient)!

Mit Themen wie dem Treuegelöbnis, aber auch mit anderen Dingen, die in meinem Leben gerade positiv geschehen, gehe ich um wie mit Selbstverständlichkeit, und jegliche Beschäftigung meinerseits damit erschließt sich praktisch in einer Affirmation, und Dankbarkeit für etwas, das mir geschenkt wurde. Aber es muss mit dem Thema eine Beschäftigung geben, die über das Bestätigen einer Offensichtlichkeit hinausgeht.

Das wirft natürlich einige Fragen auf: Wie lässt man Loki zu, wenn es einem gut geht? Was bedeutet es genau, für Ihn offen zu sein?

In den schwierigen Momenten des inneren Aufruhrs findet Er viel leichter Seinen Weg in mein Herz. Er begegnet mir viel direkter in kampfhafter Auseinandersetzung, im Konflikt (nicht unbedingt mit Ihm), in Momenten der Schwäche und des emotionalen Sturms.

Ist es denn falsch, Zärtlichkeit zu wollen?

~ Egal, was es ist, was Du lieb gewonnen hast — es bleibt besser gut, wenn Du den Griff darum lockerst. ~

Loki packt mich beim Stolz und stößt mich von sich (und vor den Kopf), nur um mich im nächsten Moment — das kann bei Göttern schon einmal Wochen dauern, so ein Moment — an Sich zu ziehen und um mich herum zu sein, als gäbe es keine Trennung, und schon gar nicht durch so eine Trivialität wie Sterblichkeit. Aber genau darin wird mir deutlich, wieso es auch den Kampf, die Konfrontation geben muss. Sie sind die andere Seite der Medaille, die ich gewählt habe, als ich Ihm mein Wort gegeben habe.

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Myriad Hallaug Lokadís
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