Aufruhr und Unruhe — wie lässt man Loki zu, wenn es einem gut geht?

Puh, was für eine Zeit. Ich habe, noch nicht allzu lang her, meine Divinationspraxis wieder aufgenommen — rein technisch: es sieht aus wie Tarot, ist es aber nicht, und vielleicht ist das auch ein interessantes Thema für einen extra Blog-Post.

Auf jeden Fall habe ich in der letzten Zeit einen Haufen Karten gesehen, die sich mit Disziplin, Willensanstrengung, Festhalten, Ausdauer, und (daraus resultierendem) erarbeitetem Erfolg bzw. Stärke befassen: der Wagen war dabei, zwei mal, die Sechs der Stäbe, die Vier der Scheiben, die Neun der Stäbe — lauter so Karten halt. Und immer gab es eine, die so gar nicht dazu passen wollte: die Zehn der Kelche, die Vier der Kelche, die Sieben der Scheiben. Karten, die im Gegensatz zu den anderen Leichtigkeit, Fröhlichkeit und spielerischen, flexiblen Umgang mit “ernsten” Themen ausstrahlen.

Loki brachte, charmant wie Er einmal ist, einen ganz wichtigen Punkt zur Sprache: Blockieren von Veränderung. Blockieren von Veränderungen als Thema ist jetzt nichts Neues für Loki-Leute, aber meist wird es im Zusammenhang mit festgefahrenen, aufrecht erhaltenen Situationen behandelt, die in sich aber eigentlich ungut sind. Situationen, die einem schaden, man will es nur nicht sehen, weil das schon immer so war, und sooo schlimm ist es ja auch wieder nicht. Das ist so das typische Loki-Szenario (und viele werden wissen, wie sowas dann meist über die Bühne geht).

Aber was ist mit Situationen, die gut sind? Die gewollt sind, vielleicht sogar gegeben? Die will man ja nicht verändern, nicht wirklich. Vielleicht darf man auch gar nicht… aber dennoch, so Jemandes enigmatische Andeutung, gilt es Veränderung nicht zu blockieren. Und auf beidem — sowohl der Einschätzung der Situation, als auch auf der eindeutigen Warnung, bestand Er, natürlich ohne Erläuterung, denn sowas wäre ja auch nur nützlich oder so :)

Und neulich ist es mir dann eingefallen: ich saß im Bus auf dem Weg zwischen A und B, und hatte Zeit zum Nachdenken über das, was Er mir gesagt hatte, mit den und über die vielen Karten. Da im Bus fiel mir mein Treuegelöbnis ein: etwas, über das Er und ich uns einig sind, und das ich nicht ändern möchte — wäre nicht so angesagt, von wegen Gelöbnis und so. Und dennoch: ich würde im Augenblick noch nicht einmal die Möglichkeit einer Änderung zulassen.

Alles, was auch nur danach riecht, lasse ich so an mir abprallen, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Es würde mich nicht berühren. Und diese Unberührbarkeit ist etwas, das es mir in der Interaktion mit Loki schwer macht — sie macht es schwer für Ihn, mich, naja, eben zu berühren.

Soll das heißen, dass Er mich zum Eidbruch anstiftet? Natürlich nicht (und wenn ich das dächte, hätte ich’s ja wohl echt nicht besser verdient)!

Mit Themen wie dem Treuegelöbnis, aber auch mit anderen Dingen, die in meinem Leben gerade positiv geschehen, gehe ich um wie mit Selbstverständlichkeit, und jegliche Beschäftigung meinerseits damit erschließt sich praktisch in einer Affirmation, und Dankbarkeit für etwas, das mir geschenkt wurde. Aber es muss mit dem Thema eine Beschäftigung geben, die über das Bestätigen einer Offensichtlichkeit hinausgeht.

Das wirft natürlich einige Fragen auf: Wie lässt man Loki zu, wenn es einem gut geht? Was bedeutet es genau, für Ihn offen zu sein?

In den schwierigen Momenten des inneren Aufruhrs findet Er viel leichter Seinen Weg in mein Herz. Er begegnet mir viel direkter in kampfhafter Auseinandersetzung, im Konflikt (nicht unbedingt mit Ihm), in Momenten der Schwäche und des emotionalen Sturms.

Ist es denn falsch, Zärtlichkeit zu wollen?

~ Egal, was es ist, was Du lieb gewonnen hast — es bleibt besser gut, wenn Du den Griff darum lockerst. ~

Loki packt mich beim Stolz und stößt mich von sich (und vor den Kopf), nur um mich im nächsten Moment — das kann bei Göttern schon einmal Wochen dauern, so ein Moment — an Sich zu ziehen und um mich herum zu sein, als gäbe es keine Trennung, und schon gar nicht durch so eine Trivialität wie Sterblichkeit. Aber genau darin wird mir deutlich, wieso es auch den Kampf, die Konfrontation geben muss. Sie sind die andere Seite der Medaille, die ich gewählt habe, als ich Ihm mein Wort gegeben habe.

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Eine Klare Ansage über Götter, Gebet und Anbetung

Gerade rege ich mich wieder einmal auf, also sehe man mir meine direkten Formulierungen bitte nach.

Man braucht nur in eine x-beliebige heidnische, schamanische, oder spirituelle (jeweils in der Eigensichtweise, natürlich) Gruppe zu gehen, eine Diskussion über Gottheiten suchen, und schon findet man haufenweise Leute die folgendes von sich geben:

  • Götter interessieren sich nicht für Menschen
  • Beten? Das ist was für Christen und andere unterwürfige Würmchen*

Und mein persönlicher Favorit:

  • Die Götter wollen nicht, dass ich bete, sondern dass ich eigenverantwortlich handle

Ich muss sagen, so viel ausgemachten Unsinn kann ich nur schwer ertragen. Da wird Gebet zum Schimpfwort, und alles, was mit der Hinwendung zu Gottheiten zu tun hat, wird allermindestens mit großer Skepsis beäugt. Die Leute scheinen der Meinung zu sein, dass Gebet und Unterwürfigkeit Hand in Hand gehen, und dass außerdem Gebet und Unselbstständigkeit bzw. Unreife Hand in Hand gehen; das Ganze wird dann gerechtfertigt durch die Grundannahme, dass Götter ohnehin kein Interesse an Menschen haben, und somit alles Gebet nur Augenwischerei und völlig unnütz ist.

Um es klar zu sagen: diese Grundannahme ist völliger Quatsch. Absoluter, himmelschreiender Blödsinn. Wer so denkt, hat die Grundlage polytheistischer Praxis nicht verstanden: Geben und Nehmen — man gibt Opfergaben an Götter, damit diese helfen, ein Ziel zu erreichen. Das ist, so pragmatisch, “unspirituell” und wenig “lichtvoll” es klingt, der grundlegende Mechanismus polytheistischer Praxis.

Die Götter greifen ihrerseits ins Geschehen ein; durch das Bittopfer entsteht der Kontext, der dann dem Handeln der Gottheiten den entsprechenden Rahmen gibt und auf den zurückverwiesen wird. Dies wiederum stärkt die Bindung der Menschen an die jeweilige Gottheit und sichert den Fortbestand der religiösen Praxis. Ist eine Gottheit extrem unzuverlässig oder ineffektiv, dann wird diese Gottheit nicht mehr verehrt, ihre Tempel und Altaranlagen verwaisen, und man wendet sich anderen Göttern und Göttinnen zu.

Die Götter interessieren sich nicht für Menschen? Von wegen. Es ist sozusagen der Job von Göttern, sich für Menschen zu interessieren und sich in menschliche Belange einzumischen.

Aber dem Fass den Boden ausgeschlagen hat ein Kommentar, den ich neulich auf einer Online-Plattform als Antwort auf einen Beitrag von mir erhalten habe. In diesem Beitrag beschrieb ich meine Praxis, zu der eben auch Meditation, aber vor Allem Gebet und Anbetung gehört.

Und dann erdreistete sich ein mir völlig unbekannter Mensch in Bezug auf meine Erwähnung von Gebet als Bestandteil meiner Praxis zu folgender Aussage:

“Für uns gibt es kein Schicksal oder Vorsehung, sondern ICH bin verantwortlich für mein Leben und sonst niemand. Da gibt es kein o,gott, o, gott, o,gott”

Abgesehen von fast standardmäßigen grammatikalischen und orthographischen Irrungen, dachte ich mir… ja eigentlich nur: so eine Unverschämtheit. Und gleich darauf: hahaha, Du hast ja so keine Ahnung.

Zunächst einmal kam dieser feine Herr gleich mit einem Plural um die Ecke, “Für uns gibt es […]”. Aber sei’s drum, denn das eigentlich “Schöne” an dem Kommentar:

  • Die Implikation, dass Gebet automatisch bedeutet, man übernehme keine Verantwortung, sondern sehe sich auf Gedeih und Verderb dem/der “Schicksal oder Vorsehung” ausgeliefert
  • Die spöttisch-weinerliche Formulierung von Gebet als “o,gott, o, gott, o,gott” (sic)

Diese beiden Punkte sind einfach nur Anmaßung in Reinform, und außerdem auch noch so weit von der Wahrheit entfernt, dass man sie nicht einmal mehr als Pünktchen am Horizont sehen kann.

Was weiß dieser Mensch darüber, was Verantwortung für jemanden bedeutet, die nicht einfach Loki verehrt, sondern Ihm gehört? Was darüber, was es mit einem macht, von einem Gott auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt zu werden? Und Ihm dabei zu helfen?

Es ist eines, einen Gott zu bewundern, Ihn zu preisen, und zu Ihm zu beten — und auch das schaffen schon viele nicht, weil es ihre empfindlichen Egos dermaßen zerbröseln würde. Aber es ist etwas ganz anderes, zu einem Gott zu gehen, der sich meiner annimmt, und Ihm dabei zu helfen, Haut, Fleisch, Knochen zu zertrennen, bis Er mein Innerstes bloßgelegt hat. Ihm dabei auch noch zu helfen, Vergangenes wieder an die Oberfläche zu zerren, nur um dann festgehalten und gezwungen zu werden, es mir ganz genau anzusehen, damit es vielleicht zum ersten Mal richtig abgelegt werden kann?

Und was, möchte ich wissen, weiß dieser Mensch über mein Gebet? Was darüber, wie es sich anfühlt, wenn ein Gott zurückspricht? Wenn Er, dieser Gott, verlangt, zu wissen? Wenn Er sich zeigt, und Einzelheiten über sich offenbart, die ganz plötzlich verstehen lassen? Wenn man weiß, dass es kein Verstecken und kein Verstellen gibt? Weiß so ein Mensch überhaupt irgendetwas über Ehrfurcht?

Oder gar “nur” über Anbetung? Die tiefe Erkenntnis über ein göttliches Wesen, Seine Schönheit und Macht zu erblicken, nur einen Moment lang, nicht nur im Kopf, sondern ganz, ganz tief im Magen? Das Bedürfnis, diese Schönheit wieder zu sehen, immer wieder, und sie zu suchen…

Was weiß so ein Mensch schon darüber?

Nichts.

Und wenn ich ein gütigerer Mensch wäre, würde es mir für diesen Menschen leid tun.

* ich halte übrigens Christen nicht für Würmchen, und Unterwerfung auch nicht für etwas in sich Schlechtes.

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The False “Lore-based vs. UPG-based Practice” Dichotomy

Lore versus UPG as unreconcilable opposites is a narrative that I have come across quite often during my years so far as a religious practitioner. It has become clear to me that this narrative governs how we refer to ourselves and to other practitioners like little else does.

Definitions

I’m choosing wide-sense definitions on both counts. UPG as an abbreviation stands for Unverified Personal Gnosis (sometimes I see Unsubstantiated, Unsubstantiatable, or Unverifiable as alternatives for “U”). I’m not going into the discussion whether Deities actually show Themselves in that sense; If you’re only halfway familiar with my blog, you know my stance on that matter. I am not going into the discussion whether a Deity expressing a preference about your clothes counts as UPG or not — in all honesty, that question is irrelevant to me, and I couldn’t care less. I will also only briefly mention that quite a bit of confusion surrounds the question whether UPG is actually a misnomer in that the word gnosis literally means knowledge in Greek; some people prefer the term doxa over UPG on those grounds (meaning “belief”, “opinion”, rather than “knowledge”). Personally, I read gnosis as “insight” rather than “knowledge”, so that I have no issue with the term UPG. In this post, I use the term UPG as meaning the entirety of personal religious insight that has no direct reflection in bodies of lore.

Now as for the word “lore”, I’m using that equally widely: something that is taught, something that is learned through either study and experience, or a body of traditional knowledge and belief. That means, “the Lore” does not only contain the mythical texts, but also methodology towards their critical assessment, theories (old and new), as well as conclusions to be drawn from them. It contains, furthermore, knowledge about the religion in question, religion in general, cultus, and culture, that are not bound to texts — to be found, e.g., in publications in related fields like general religious studies, history, archaeology, runology, etc.

The formation of opposing camps

By that narrative of UPG versus The Lore ™, we see people being divided into opposite, and oftentimes warring camps. In the UPG camp, we have people deriding those who study as bookish, over-intellectual, and unable to feel a real religious connection, which, by the UPG camp’s consensus, cannot be found in books.

In the Lore camp, we see the exact opposite: people being ridiculed, or at the very least harshly criticised for not adhering to what is known — or, in the case of even the basic principle of Lokean worship, straying completely from it; UPG is viewed as the ultimate argumentative sledgehammer — an anything goes because the Gods told me so — and as something never to be used in a serious discussion.

Small wonder, considering the tone of the discourse, that people are trying to distance and separate themselves from what they must surely feel is an attack against their principles and practice, if not their person. This trend of distancing oneself is why we get disclaimers like “I’m not a Lore person, don’t expect me to know obscure kennings”, or accordingly “I’m a reconstructionist, I don’t deal in flights of fancy such as UPG”. I think most of us have seen it, and probably many of us (especially Lokeans who study) have been caught between the front lines time and again. This, however familiar it may seem, is not an organic development or even a natural state.

What’s with the Binaries?

It is what I would call a false dichotomy. It’s created by people who think in extremes, and who are unable to move beyond the most fundamental of principles. It’s created by a culture of feeling offended at every turn, and kicking back tit for tat.

I am not saying this to imply that there are no opposites, and I’m certainly not advocating a willy-nilly mix of just about everything that you come across: that would be dangerous whether it concerns UPG or study. What I’m saying is that in truth, both worlds are needed, and I have not yet seen any practice that is made up solely from one of the two.

I have made the acquaintance of Celtic reconstructionists who freely admit that their practice isn’t authentic, and that of course, there are elements in it that cannot be substantiated by the current state of the art in according fields of study. I’m friends with Kemetic reconstructionists who, time and again, discuss with me the merits of this or that off-beat interpretation of “The Lore” (theirs or mine). And even the odd heathen recon, who’d state openly that they do indeed have UPG as part of their practice.

And on the other hand, there are those whose practice is totally non-conforming to anything known about any historical tradition, but who nonetheless do their research, or at least ask someone they feel can give them an informed answer. I don’t have to agree with all the conclusions they reach; from time to time, there will be dispute over whether or not a particular presentation of research is or isn’t disingenuous, outdated, refuted — because contrary to UPG, research can and should be disputed, and there is a common measure to do this by.

Speaking of which: on the other, other hand there are those who, while claiming to be reconstructionists, have in fact studied all the wrong materials (look for instance at how historians from the 19th century mucked things up for heathenry to this day).

But the point is: there’s no 100%, and not even 95%. There are such things as Too Recon To Function, and its polar opposite which I have regrettably not found a good name for yet. Maybe Too Esoteric To Walk.

It’s never a good idea to be stuck in the extreme, and neither should extremes be used as a strawman argument against every little thing on the respective other side of the spectrum.

Being Stuck in the Middle

Welcome to my world, then. I’ve studied, and I continue to study. I cannot call myself a reconstructionist — there were times when I did, but I no longer think the label applies. There’s the “problem” of Who I worship — and yes, I will argue that polytheistic practice consisted of more than public cultus, and that especially private cultus would be pragmatically informed by whose influence would be considered beneficial, which again changes with the cultural and historical context (and Loki’s influence, today, on me, is certainly that). Still, with reconstructionism being strictly about reconstruction from verified sources, I feel I will only ever be tolerated in those circles, but never respected — no matter how much knowledge I have.

Secondly, I do not amass knowledge for the sake of knowledge. I do, because in my view it is absolutely important to know the background. Especially with Someone like Loki, whose place within the pantheon (and the world) will be contested over, and over, and over again, by whoever thinks ideologies based on outdated theories and Christian mindsets are worth their time. Not that that bothers Him much, but it does me. And most importantly, I study because I believe there are synergies to be found between what I get directly from Loki — yes, let’s call it UPG — and what I read.

I have a couple of favourite theories that are contested in the view of scholars, but that I nonetheless subscribe to, because my direct experience and the insight gained from that, tells me that these theories have meaning for my practice. I cannot defend them in a rigorosum, but they ring true with me. Mostly they concern little things: like the identity of Loðurr, or Loki’s connection to the hearth, which is only attested in late sources. These are theories that I would not have known if I hadn’t made the effort to study; but the fact that they exist tell me that there is evidence that what I’m experiencing is not just in my head. Such as the feeling of Ancientness I sometimes get from Loki, that goes beyond what I usually perceive. Or His overwhelming, at first sight totally out-of-character, fondness for Gemütlichkeit.

But all that studying is only as important, if even that, as the fact that at the heart of my practice is one God before many others, and the intimate, personal relationship that is between me and Him. That alone makes it impossible for me to find a place in recon-space: not because that never happened in the past — in fact I firmly believe that people have a history of falling in love with their Gods, and that Gods likewise have a history of falling in love with people and becoming involved with their lives — but this is not a view that is going to be accepted.

It is one, however, that makes for a living, breathing religion, and that I wouldn’t trade for anything. And all the studying has been a tremendous help in being able to critically assess my own UPG and experience, and I truly believe that everybody could benefit from a mix of both worlds.

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Loki — der Versuch einer Formulierung

Also, was bedeutet Loki für dich? Während der letzten paar Wochen bin ich spürbar vermehrt nach meiner Religion gefragt worden, und speziell nach Loki. Mein Verhältnis zu solchen Fragen ist zwiespältig: ich liebe es, und finde mich dabei aber gleichzeitig zutiefst unbeholfen. Ich liebe es, nach Loki gefragt zu werden, weil ich Loki liebe. Und zu der Unbeholfenheit sei gesagt, dass es Leute gibt, die mit Worten ganz fantastisch umgehen können (Elizabeth und Sólveig zum Beispiel), und die ich wirklich sehr darum beneide. Denn jedes Mal, wenn mich jemand fragt, “Wer ist Loki für dich?“, endet es damit, dass ich um Worte ringe und nicht so recht weiß, was ich sagen soll.

Wenn das so ist, sollte ich vielleicht höflich darauf verzichten, überhaupt eine Antwort zu geben. Ich hab’ darüber nachgedacht, aber letztlich kommt es nicht in Frage. Loki ist ein Gott, der andauernd schlecht gemacht wird — sei es offen oder durch Weglassung — und das tut mir mehr weh, als ich gern zugebe. Ich habe im wahrhaftigsten Sinne eine heilige Verpflichtung, mich um Loki zu kümmern und speziell, seinen Ruf zu pflegen. Und deswegen werde ich Dir immer eine Antwort geben, wenn Du mich fragst, “Wer ist Loki für dich”.

Loki… also ich liebe Ihn sehr, und vieles von dem, was ich erfahren habe, spirituell aber auch ganz konkret weltlich, kam von Ihm und durch Ihn.

Trotzdem weiß ich nie so recht, was ich sagen soll, wenn ich gefragt werde, was Er für mich bedeutet, oder noch hoffnungsloser, wer Er ist. Für mich ist Loki ironischer Weise einer der ehrlichsten Götter überhaupt — schonungslos ehrlich, genaugenommen — und gleichzeitig ist Er das größte Schlitzohr, das ich kenne.

Wer sich auf Ihn einlässt sollte Mut zur schonungslosen Selbstbetrachtung mitbringen, oder Ihn flottestens lernen. Nicht falsch verstehen: es ist nicht Lokis Sache, Dir mit Deiner Nabelschau zu einem besseren Selbstwertgefühl zu verhelfen, noch ist es Seine Sache, Dich unglücklich zu machen und ins Elend zu treiben. Loki ist ehrlich insofern, dass Er Dich sieht, und wenn Er beschließt, dass Du Dich ändern musst, dann wird das geschehen.

Loki wird Dir die kleinen Lügen, die Du Dir selbst erzählst, nicht durchgehen lassen. Sicher ist Loki jemand, der mit dem ganzen Lügendings an sich eher d’accord ist, als so mancher andere Gott, aber es gibt eben Lügen, die Er nicht toleriert: die, die Du Dir selbst erzählst, und die, die Du Ihm erzählst. (Im Übrigen generell eine schreckliche Idee, wenn man bedenkt, dass es darauf hinausläuft, dass Du einen Gott auf Seinem Spezialgebiet “angehst” — nun ist Loki kein Apollon, das heißt Du wirst vermutlich mit heiler Haut davonkommen, aber dennoch… nicht so schlau). Wenn Du Ihn anlügst, wird er den Braten riechen, und Er wird die Wunde finden, und dann wird Er ein Messer mitten hinein stoßen, bis Du zugibst, dass sie da ist.

Und es hilft absolut, Ihm zu helfen, weil Loki nicht aufhören wird, bevor Er fertig ist, oder einfach… nie. Das ist es, was Loki tut. Das ist es, was einem jeden, der/die eine tiefere Verbindung mit Ihm sucht, bevorsteht, und es kann sehr, sehr positiv sein. Loki bewegt Geschichten.

Viele Leute warnen vor Loki — ich nicht. Wenn man mal die Leute weglässt, die ohnehin nicht ernstzunehmen sind, dann sind dies meist ganz vernünftige, anständige Leute. Bin ich auch, aber trotzdem warne ich nicht vor Loki, weil ich es als absoluten Segen empfinde, Ihn zu kennen. Trotzdem sollte man sich nicht in etwas hineinstürzen, ohne vorher mal darüber nachgedacht zu haben.

Ich kann, ohne Ihm damit Unrecht zu tun, sagen, dass Loki mit Leuten spielt. Das ist noch nicht einmal ein Einstellungsproblem. Klar, wenn Du reingehst mit dem Gedanken, dass Loki invozieren irgendwie cool oder avantgardistisch ist, oder Ihn irgendwie für Deine Zwecke benutzen willst… dann wirst Du auf die Nase fliegen. Nicht sofort — Loki ist eher dafür bekannt, sich zurückzulehnen und sich die Show zu geben. Aber die Krux dabei ist: man kann Loki nicht überlisten. Er macht was Er will, egal was Du tust, und selbst, wenn Du hundertprozentig ehrlich bist über Dich und Deine Motive: Loki kann man nicht kontrollieren. Und niemand ist davon ausgenommen; Er hat auch mit mir gespielt, wahrscheinlich öfter als ich weiß.

Aber ich liebe Ihn, nicht trotzdem, sondern dafür, was das mit mir gemacht hat. Weil Loki letztlich, auf diesem Level persönlicher Hingabe, nicht böswillig ist.

Wenn Du Ihn wirklich kennen lernen willst, oder auch nur “hallo” sagen, Ihn einladen, mit anderen Worten, Ihn das sein lässt, was Er ist (nämlich ein Gott, das darf man mir glauben)… dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass Du Ihn wirklich von unvorhergesehenen Seiten kennen lernen darfst.

Ich wurde bzw. werde öfter gefragt, “wie kannst du Loki trauen, Er ist Loki!” — und die Tatsache, die nicht viele gern zugeben, ist, dass Vertrauen nicht ganz einfach ist. Manche Leute sagen, “Ich vertraue Loki, Loki zu sein“, und noch mehr Leute reden das einfach nach, aber in Wirklichkeit ist diese Aussage genauso sinnvoll, wie einen Kreis als eine kreisförmige Form zu definieren: nämlich gar nicht. Man muss um Vertrauen ein bisschen ringen (und manchmal hat man auch einfach gar nichts zu verlieren). Und selbst wenn man manchmal in der Luft hängt und sich fragt, wo ist denn nun der Haken — selbst dann lohnt es sich, sich darauf einzulassen.

Ich kenne Loki als Heimatlosen, als Partyheld, als brillianten Improvisateur, als Zerstörten, als (Un)zugehörigen, als Liebenden, als endlos Leidenden, als Familienvater (nicht so sehr als Mutter, aber Er ist auch Mutter), als Weiberheld (und als Männerheld, o là là), als einen von Furcht Getriebenen, und vor allem als Jemanden, der sehr große Opfer bringt.

Loki ist das alles, und noch mehr, wenn man Ihn lässt. Und das ist nicht ganz einfach. Obwohl Er dafür bekannt ist, sich nicht großartig um Formalitäten zu scheren — manche behaupten irriger Weise man könne zu Loki nicht beten, oder Ihn sogar anbeten… das ist aber Quatsch, das geht sogar sehr gut… also obwohl Er dafür bekannt ist, nicht auf Formalitäten zu bestehen, und auch bei Opferungen eher laisser-faire als Motto zu haben scheint: Er ist anspruchsvoll.

Er tritt sehr schnell nah an Dich heran, und lässt das auch umgekehrt zu — was öfter mal dazu führt, dass man Dinge sieht, die einem nur noch die Ohren schlackern lassen. Er ist großzügig mit Geschenken, und Er beschützt die Seinen.

Er ist voll von Gegensätzen und Zwischendingen und unvorhergesehener Weichheit.

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Loki — Attempting To Word It

So, what does Loki mean to you? During the past few weeks, I’ve experienced a noticeable increase of people asking me questions about my religion, and about Loki specifically. I both love to be asked, and find it profoundly awkward. I love it, because I love Loki. And as for it being awkward: there are those whose way with words I deeply envy (Elizabeth and Sólveig come to mind), for whenever someone asks me, “Who is Loki for you?”, I end up struggling so, so much.

Perhaps, if I’m so little talented at wording the answer to this question, I should just politely decline to answer it. I have considered that, but in the end, it’s not a viable option. Loki is a God who is constantly maligned either openly or by omission — and that pains me more than I care to admit. In the most real of senses, I have a sacred duty to tend to Loki, and specifically His reputation. And so, for what it is worth, I will always try to answer you if you ask me, “Who is Loki for you”.

Loki… I love Loki deeply, and much of what I have experienced, both spiritually and in terms of very tangible, worldly blessings, came from Him and through Him.

Despite that, I always struggle when asked what He means to me, or even more daunting, who He is. To my heart, He ironically is one of the most honest Gods — brutally honest in fact — but at the same time, He is seriously the biggest rascal that I know personally.

Those who are considering getting involved with Him should come equipped with the courage to ruthlessly self-examine, or else acquire some fast. Don’t get me wrong: it’s not Loki’s business to help you navel-gaze yourself to better self esteem, nor is it His business to make you miserable. He’s honest in that He sees you, and if He decides you must change, then you will.

Loki won’t let you get away with the little lies you tell yourself — to be sure, He is more down with the whole lying thing than quite a number of Gods, but there are those lies that He won’t tolerate: the lies you tell yourself, and the lies you tell Him. (Which, by the way,  is generally a terrible idea, seeing as it amounts to you engaging a God on His turf; Loki is not Apollon, so you probably won’t end up minus one skin, but still… you get the idea.). He will smell the fish, and find the wound, and then He’ll stick a knife right in the middle of it until you acknowledge that It Is There.

And it absolutely helps — I would say it is vital — that you help Him, because He will not stop until He’s done, or ever. That is what Loki does. That is what everybody in search of a deeper connection with Him is facing, and it can be a very good thing. He moves stories.

Many people warn against Loki —  I do not. For the most part, those people are sensible, decent people. So am I, but I do not warn against Him, because I consider it an absolute blessing to know Him. In spite of this, it’s probably not a good idea to plunge right into something without stopping to consider it, first.

Without doing Him injustice, I can honestly say that Loki plays (with) people. It’s not even an attitude problem. Sure, if you go into it thinking invoking Loki is cool or edgy, or simply to use Him to further your agenda… well, that’s just a trainwreck waiting to happen. Not immediately, but Loki is known to sit back and watch the show, for better or for worse. And here’s the crux: you cannot get clever with Him. He does whatever He wants, no matter what you do, even if you’re completely honest about yourself and your motives: you cannot control Him. No one is exempt from this, either; He played me, too, probably more times than I know.

But I still love Him, not despite of that, but because of what it did to me. Because ultimately, at that level of personal commitment, Loki is not malicious. He can troll with the best of them, and then some, and He probably will.

If you really want to get to know Him, or just say “hello” to Him, invite Him, in other words, let Him be what He is — and He is a God, believe you me — then it is not so unlikely that you’ll really see and know Him in unexpected ways.

I’ve been asked, and still occasionally am, “How can you trust Him? He’s Loki!” — and it is a fact that trust doesn’t come quite so easy. Some people say “I trust Loki to be Loki“, and even more people simply repeat it, but the truth of the matter is: that is about as useful as defining a circle as a circular shape. Not very, in other words. The truth of the matter is, trust is a bit of a struggle (and sometimes, you simply have nothing to lose). Even if you sometimes wonder when the other shoe is going to drop, it’s a struggle that is definitely worth it.

I know Loki as someone homeless, displaced. I know Him as the life of every party, as a brilliant improviser, as a destroyed Being, as a Being who does not belong, as someone who most certainly belongs, as a Lover, as suffering endless torment, as a family man (not so much as a mother, though He is certainly that, too), as a womaniser (and also, in that vein, a maniser), as someone driven by all-consuming fear, and most of all, as someone who sacrifices so, so much.

Loki is all of this and more, if you let Him. And that’s not so easy as it looks. It may be that He doesn’t stand upon ceremony. It may even be that some people misguidedly claim you cannot pray to Him, or worship Him — trust me, you can. And He likes it. — all that may be, but at the end of the day, Loki is demanding.

He gets involved in your business quickly, and in turn will let you see things about Him that leave you utterly floored. He is generous with gifts, and He takes care of His own.

He is full of opposites and in-betweens, and unexpected softness.

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Loki and Women

This post is based on and inspired by Sati’s wonderful post about Seth and Women (in German).

Loki, the “Unmanly” Man

If you worship Loki — especially if you’re female while doing so — you’ll quickly be finding yourself battling prejudice based on the clichéd immature, hormone-driven teenager; or alternatively, the clichéd oversexed while underfucked aging single woman. According to cliché, you only have the hots for a particular part of Loki’s — the part that you usually find roughly in the middle of the male body, to be precise. If you stop to think about it, however, this is rather odd: in fact as far as we know from extant sources, Loki and His sexuality are not as clear-cut for Him to easily lend themselves interpretation as a sex symbol.

Imagine a time and culture where ergi — that is, the accusation of unmanliness and cowardice, that is always accompanied by an accusation of passive homosexuality — was one of the worst imaginable insults. In fact this insult was so bad as to merit laws being passed against calling another man argr [1, 2]. In the midst of all this, imagine Loki strutting about His myths almost provocatively clad in pink. Today, during a time where there are non-classical ideals of maleness, and where at the very least the fantasy of male homosexuality can be attractive to women, Loki and His nonchalance regarding His own maleness can certainly generate a strong attraction. However one shouldn’t forget that this is a purely modern interpretation of the myths. There’s nothing wrong about that at all: luckily (in this case one has to say), times change, and so do conceptions of morality and sexuality. Still: around the first turn of millennia, when the major part of the extant lore was created, Loki’s ergi wouldn’t exactly have short-listed Him for “most attractive God of the Pantheon”.

One is thus quite justified to speak of Loki as an unmanly, maybe even an unmanned man. Without even a token of protest, Loki dons women’s clothes when Thor’s stolen hammer needs bringing back (Thrymskviða). When some wall-building needs putting to halt, Loki turns Himself into a mare in heat, is mounted by Svaðilfari, upon which He gives birth to Sleipnir, Odin’s eight-legged steed (Gylfaginning 42). And that is not Loki’s only pregnancy: another time, having found it half-cooked in a fire, He eats the heart of a woman, whereupon He gets pregnant again (though this time apparently in male form) (Hyndluljóð 41). Several times Loki takes the shape of women — be it in order to milk cows beneath the earth [or giving milk Himself], in an episode that can be read as an allusion ot yet another pregnancy (Lokasenna 23)… or in order to find out the secret of the mistletoe from Frigga (Gylfaginning 49), or, notoriously, in order to refuse His tears to Baldr and force Him to stay in Helheim (also Gylfaginning 49).

Loki’s laisser-faire when dealing with His own manliness may well find its mythic apex when He engages in a game of tug-of-war with a bearded goat. Therein, one end of the rope is tied to the goat’s beard, while the other end is tied to Loki’s testes (his balls, man, his balls). He does all that for the sole purpose of eliciting a laugh from the giant’s daughter Skaði (Skáldskaparmál). Whether this act is symbolic of an actual castration may be as it is; however, it is certain that it is Loki’s ritualistic emasculation, and therefore disempowerment. He is literally paraded around, and a thorough reading of the myth will make it clear that it pains Him. A common modern interpretation as mere slapstick is incongruous. And Skaði has yet another part to play in terms of Loki’s disempowerment.

Loki und Idunn - John Bauer

Loki und Idunn – John Bauer

More subtly, but not less effectively, Loki is portrayed as weak and cowardly in other parts of the lore: He is abused, humiliated and tortured several times in His myth, both by giants and by Æsir (Gylfaginning 50, Skaldskaparmál 18, 35, Haustlöng, Lokasenna [in the prose frame], among others). Unlike “manly” Gods, though, He does not endure it in silence or grows into a kind of superior strength that would allow Him to kill or defeat His tormentors — which would be more Thor’s style, really. But Loki? Loki breaks under it, consistently. Cornered like this, time and again He gets Himself involved in trades that save Him, but instead endanger other Gods and Goddesses (e.g., Iðunn in Haustlöng, Skaldskaparmál ).

Loki is certainly lustful and sensual — but He does not control His lust or senses; instead He is time and again controlled by them. By way of them, He loses both bodily and moral integrity. All in all, that doesn’t exactly make Him the most desirable of the Gods… at least not as far as the attempt of a historically informed interpretation is concerned.

Loki and Goddesses

Sif by SceithAilm on DeviantArt

Sif by SceithAilm on DeviantArt

Despite all those obvious demonstrations of unmanliness, Loki is in fact quite popular with the mythical women. He has numerous liaisons with Goddesses, among them Sif, Freyja, Tyr’s unnamed wife, and Skaði… (Lokasenna, Harbarðsljóð). Unanimously however, neither Loki Himself nor the Goddesses seem to ascribe those affairs much significance. What makes Loki attractive to the Goddesses may be the subject of some speculation.

Loki’s relationships to Goddesses that are not simply affairs are of more interest. On the giantess Angrboða, Loki sires — more or less well-attested — the Fenriswolf, the Midgard serpent, and Hel (Gylfaginning, Þórsdrápa, Skaldskaparmál, Hyndluljóð). To be honest, I do not want to go into much detail about Angrboða and the significance She has or doesn’t have. I’m not the right person to do that. In any case though, it must be noted that Loki’s children by Angrboða are both important and powerful.

Most important, however, is Loki’s wife Sigyn. In the whole of the extant sources, She is the only one who is Loki’s woman in the sense of marriage. While it is a popular opinion held in some circles today that Angrboða is Loki’s (first) wife, that notion is incorrect. Sigyn is Loki’s only wife in the myths, and She is of immeasurable importance to Him. There is sadly almost nothing about Sigyn Herself in the lore: apart from Her name, the fact that She’s Loki’s wife, Her role during His ordeal in the cave, and an obscure kenning (Þórsdrápa) that cannot even be applied to Her with certainty, we know nothing about Sigyn. Sigyn bears Loki two children, Váli and Narfi — although in the case of Váli, there is some uncertainty whether his being attested as Loki’s son is a case of mistaken identity [3]. Loki’s sons by Sigyn are especially tragic. Although there is nothing whatsoever “wrong” or dangerous about them, they’re (both!) cruelly destroyed by the other Gods.

Last but not least, the woman whose heart Loki eats (to the effect of His pregnancy) also presents an interesting case. A popular speculative notion is that the heart is that of the thrice-burned yet still living Gullveig. It is speculative in so far as the passage in Hyndluljóð does not name the woman. However, it makes sense to identify her and Gullveig due to several reasons: First, the heart’s location in the fire could be an allusion to the burning of Gullveig. Second, Loki’s consumption of the heart creates the line of troll-women. The word used in the lore, flagð, is slightly obscure, but it is commonly translated as troll-women, which again is in direct association with trolldomr, a sort of magical practice. The connection to Gullveig can then be established via Heiðr, who is commonly believed to be another Gullveig’s incarnation, and who also practices and teaches magic. (Cleasby-Vigfússon also lists a saying “opt eru flögð í fögru skinni”, oft is a witch under a fair skin, which links flagð to witchcraft directly.)

From these observations, there are two conclusions to be drawn explicitly. First: Loki’s sexuality — in so far as it does not serve the sole purpose of satisfying lust — is very well and obviously fertile. In this (among other things), Loki differs from trickster Deities whose sexuality is generally about quenching appetite, and is otherwise barren.

Second, but more interestingly, it must be noted that Loki’s offspring in all cases where He is identified as a parent with certainty, come after their respective mother. The characteristics of Loki’s children are determined by their mothers: Angrboða bears Him strong, but dangerous offspring. Sigyn’s children, accordingly, are completely “acceptable” and socialised in the Aesir’s society. Gullveig’s children are, like Herself, female, magical, and independent. These observations allow the conclusion that Loki’s women have some innate dominance, which is in accordance with my previous remarks about Loki as the “unmanly” man. Loki is not ruled by His women, but they do appear dominantly vis-à-vis Him and exert significant influence on His dealings as a man.

Therefore, it does not surprise that it is a woman, Skaði, who takes a key role in Loki’s ultimate disempowerment. It is She who fastens the venom-dripping snake above Loki’s head when He is captured and bound. The word used for venom, eitr, is itself in direct connection to nið — calumny (Völuspá 56) — which itself is historically closely linked to ergi, as mentioned above.

Loki and Human Women

The subject of Loki’s dealings with human women is at the same time simple, and quite complex. It is simple because there is no attestation whatsoever that Loki had dealings with human women (or men) in the first place. For other Gods such as Freyr or Ríg (Heimdallr), there is more material to that effect. Furthermore, it is also simple because Loki had no cult — therefore the question of wife-priestesses doesn’t even figure.

Yet Loki continues to exert strong attraction on human women, which, to a significant part, is directed at His specific performative masculitity. Loki may not have had a cult in the past, but today that is certainly no longer true.

Who enters into the discourse about sexuality with Loki, will be met with a God who is sexually assertive, inviting, and adventurous. It is near impossible to evade His sexuality. Loki as a man is incredibly present, self-confident, eager to show(!), but without ever taking Himself and His maleness 100% seriously. Perhaps it is exactly this playful attitude towards maleness that makes Him attractive to human women. This attraction, of course, only comes into effect during modern times. More and more, the “grey area” between gender identifications is being (re)discovered; the phenomenon of slash fan fiction — male homoerotica written by women for women, between characters otherwise perceived as heterosexual — has long since arrived in the mainstream. It signifies a discourse about typically male and female roles that is projected into equality and therefore disconnected from the influence of “pre-gendered” narratives.

Loki as the God of Slash? Why not, I ask. Nobody in the Norse pantheon embodies fluid sexuality, and as shown above, relationships with strong, even dominant female figures, quite like the matronym-bearing Loki does.

Loki and I

That Loki acts sexually around His worshippers is more the rule than the exception. Loki’s energy is contagious and catalytic. It is not rare that He makes use of His sexuality and that of His followers to suit His purposes. When I first met Loki, I, too, was presented an extensive sample of His sensual, lustful and hedonistic side. (And of course I did sample… ahem!)

And although sexuality retains its importance in my relationship with Loki, I quickly learned that it is not a primary carrier of meaning. Loki is luxuriant with it, but to draw conclusions from it to the effect of relationship depth, is an error.

To find meaningful closeness to Loki as a woman, can never be based on sexuality alone. He is demanding and uncompromisingly trains one to be self-contained — in all venues of life. He forces me to take responsibility, even where it hurts. He does not stand for me to enter into social dependencies, even if it means I’m often alone.

The real art and challenge is to find devotion exactly from that self-contained state. Devotion out of dependency, addiction even, is of little worth to Him. He demands devotion from me, but it must always be devotion from a place of strength, and it must be no less than absolute.

Literature and Links

[1] Folke Ström: Nið, ergi, and Old Norse moral attitudes. London, Viking Society 1974

[2] Freyia Völundarhúsins: A Womb by Magic — Transcending Gender, Transcending Realities

[3] Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart, Kröner 2006

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Loki und die Frauen

In Anlehnung an und inspiriert durch Satis wunderbaren Post über Seth und die Frauen.

Loki, der “unmännliche” Mann

Wer Loki verehrt — und vor Allem, wer dabei auch noch weiblich ist — wird schnell in die Klischee-Ecke der unreifen hormongesteuerten Teenager, oder wahlweise der sexbesessenen, aber dabei sexuell frustrierten alternden Singlefrauen gestellt. Man habe es, so weiter in der Klischee-Ecke nachzulesen, doch in Wahrheit nur auf ein ganz bestimmtes Körperteil Lokis abgesehen, welches sich typischer Weise bei Männern etwa in der Körpermitte findet. Doch dabei ist Loki und Seine Sexualität in der Überlieferung keineswegs so klar, dass Er sich für diese Rolle ohne Einschränkungen anböte.

In einer Zeit und Kultur, in der ergi — der Vorwurf von Unmännlichkeit, Feigheit, in dem stets auch der Vorwurf passiver Homosexualität mitschwingt — eines der schlimmsten Schimpfworte, und derart ehrenrührig ist, dass es bisweilen sogar unter Strafe verboten war, jemanden als argr zu bezeichnen [1, 2], da stolziert Loki geradezu provokativ in Rosa durch Seine Mythen. In der heutigen Zeit, in der es ja durchaus auch unklassische Männerideale gibt, und in der Metrosexualität und zumindest die Fantasie von männlicher Homosexualität im Mainstream längst für Frauen attraktiv ist, mag Lokis nonchalanter Umgang mit Seiner eigenen Männlichkeit eine große Anziehungskraft haben. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass dies eine rein moderne Auslegung der Mythen ist. Daran ist zunächst einmal überhaupt nichts auszusetzen — zum Glück (muss man in diesem Fall sagen) ändern sich die Zeiten und damit auch die Vorstellungen von Moral und Sexualität. Aber dennoch: um die erste Jahrtausendwende herum, als das Gros der heute erhaltenen Überlieferungen entstand, war Lokis ergi bestimmt alles andere als attraktiv.

So kann man mit einigem Fug und Recht Loki als unmännlichen, ja sogar als entmannten Mann bezeichnen: ganz selbstverständlich und ohne jeglichen Protest wirft Er sich in Frauenkleider, als es darum geht, Thors gestohlenen Hammer wiederzubeschaffen (Thrymskviða). Als es darum geht, den Bau einer Mauer aufzuhalten, verwandelt sich Loki in eine rossige Stute, wird von Svaðilfari bestiegen und gebiert Sleipnir, Odins achtbeiniges Pferd (Gylfaginning 42). Und das ist nicht Lokis einzige Schwangerschaft: ein anderes Mal isst Er das Herz einer Frau, das Er halb-gar in einem Feuer findet, und wird daraufhin, und diesmal wohl in männlicher Gestalt, obwohl sich die Mythe darüber in der Tat ausschweigt, wieder schwanger (Hyndluljóð 41). Mehrmals nimmt Loki die Gestalt von Frauen an — sei es um unter der Erde Kühe zu melken oder selbst Milch zu geben (eine Episode, die wohl als Anspielung auf eine weitere Schwangerschaft gelesen werden kann) (Lokasenna 23), um Frigga nach dem Geheimnis der Mistel auszuhorchen (Gylfaginning 49), oder, berühmt-berüchtigter Weise, um Baldur Seine Tränen zu verweigern und Ihn zum Bleiben in Helheim zu zwingen (Gylfaginning 49).

Lokis laisser-faire im Umgang mit Seiner eigenen Männlichkeit (und der Würde darin) findet wohl seinen mythischen Höhepunkt, als Er sich auf eine Runde Tauziehen mit einer bärtigen Ziege einlässt; der Strick ist dabei am einen Ende am Bart der Ziege, und am anderen Ende an Lokis Hoden befestigt… und all das, um der Riesentochter Skaði ein Lachen zu entlocken (Skaldskaparmál). Ob man dahinter gleich eine tatsächliche Kastration vermuten muss, sei dahingestellt: Sicher ist, dass es sich um Lokis rituelle Entmännlichung, und damit Entmachtung, handelt. Er wird hier buchstäblich vorgeführt, und wenn man die Mythe liest, dann wird auch deutlich, dass Ihm das unangenehm ist — eine heute übliche Lesart als reiner Slapstick ist unangebracht. Auch wird auf Skaði speziell im Zusammenhang mit Lokis Entmachtung noch zurückzukommen sein.

Loki und Idunn - John Bauer

Loki und Idunn – John Bauer

Subtiler, aber nicht weniger effektiv geht es an anderer Stelle in der Überlieferung zu: Loki wird wieder und wieder als schwach und feige dargestellt — mehrfach wird Er in Seiner Geschichte sowohl von Riesen als auch Asen gefoltert und misshandelt (Gylfaginning 50, Skaldskaparmál 18, 35, Haustlöng, Lokasenna [im Prosarahmen], u.A.); im Unterschied zu “männlichen” Göttern aber erträgt Er es nicht und schweigt bzw. erstarkt zu einer Übermacht, die es Ihm erlauben würde, Seine Peiniger zu töten oder zu besiegen — das ist eher Thors Stil — sondern Loki bricht darunter. Und mit dieser Schwäche allein ist es nicht genug: Loki lässt sich so in die Enge getrieben immer wieder auf Handel ein, die Ihn selbst zwar retten, aber dafür andere Götter und Göttinnen in Gefahr bringen (z.B. Iðunn in Haustlöng).

Loki ist mit Sicherheit lustvoll und sinnlich — aber Er beherrscht seine Lust und Sinnlichkeit nicht, sondern wird immer wieder davon beherrscht. Er verliert darunter körperliche als auch moralische Integrität. Und all das macht Ihn im Sinne des Versuchs einer historisch informierten Deutung nicht eben zum Begehrenswertesten der Götter.

Loki und die Göttinnen

Trotz dieser eindeutigen Demonstrationen von Unmännlichkeit ist Loki aber bei den mythischen Frauen durchaus beliebt. Loki hat etliche Liaisons mit Göttinnen, darunter auch Sif, Freyja, Tyrs Frau, Skaði…(Lokasenna, Harbarðsljóð) wobei dem aber weder Er noch die Göttinnen viel Bedeutung beizumessen scheinen. Worin Lokis Attraktivität für die Göttinnen besteht, darüber lässt sich trefflich spekulieren.

Sif by SceithAilm on DeviantArt

Sif by SceithAilm on DeviantArt

Interessanter wird es, wenn man die Beziehungen Lokis zu Göttinnen betrachtet, die weit mehr als Affären sind. Mit der Riesin Angrboða zeugt Loki — mehr oder minder belegt — den Fenriswolf, die Midgardschlange, und Hel (Gylfaginning, Þórsdrápa, Skaldskaparmál, Hyndluljóð). Um ehrlich zu sein, möchte ich mich zu Angrboða und der Bedeutung, die Ihr zukommen muss bzw. darf, nicht zu sehr auslassen; dafür bin ich vermutlich nicht die richtige Person. In jedem Fall muss aber festgehalten werden, dass Lokis Kinder mit Angrboða durchaus mächtig und wichtig sind.

Am allerwichtigsten ist jedoch Lokis Frau Sigyn. Sie ist in der Überlieferung die einzige, die tatsächlich Seine Frau im Sinne einer Ehe ist. In manchen Kreisen wird heutzutage zwar Angrboða gern als Lokis (erste) Frau gesehen, aber dies ist unzutreffend. Sigyn ist Lokis einzige mythische Ehefrau und für Ihn von unschätzbarer Bedeutung. Über Sigyn selbst ist in der Überlieferung kaum etwas bekannt — unsere Kenntnis von Ihr geht über die Tatsache, dass Sie Lokis Frau ist, Ihre Rolle während Seiner Gefangenschaft, und eine etwas obskure Kenning (Þórsdrápa), die Ihr aber nicht einmal zweifelsfrei zuordenbar ist, nicht hinaus. Sigyn gebiert Loki zwei Söhne, Váli und Narfi (wobei bei einem der beiden — Váli — aber nicht ganz klar ist, ob es sich möglicherweise um eine Verwechslung der Edda-Autoren handelt [3]). Lokis Söhnen mit Sigyn wohnt eine ganz eigene Tragik inne: Obwohl an ihnen nichts Falsches oder Gefährliches ist, werden sie (beide!) von den anderen Göttern auf grausame Weise vernichtet.

Interessant ist auf jeden Fall auch die Frau, deren Herz Loki im Feuer findet und isst, und daraufhin von ihr schwanger wird. Eine verbreitete spekulative Lesart ist, dass es sich bei dem Herz um das Herz der dreimal verbrannten, aber dennoch weiterlebenden Gullveig handle. Diese Lesart ist spekulativ insofern, als dass die entsprechende Stelle im Hyndluljóð den Namen der Frau nicht hergibt. Allerdings ergibt sie in mehrererlei Hinsicht Sinn: zum Einen, da das Herz im Feuer sehr wohl eine Anspielung auf die Verbrennung von Gullveig sein kann. Zum Anderen, da aus Lokis Einverleibung die Linie der Troll-Frauen hervorgeht — das in der Überlieferung verwendete Wort ist zwar flagð, wird aber i.A. mit Troll-Frauen übersetzt, was wiederum direkt im Zusammenhang mit Trolldomr, also einer magischen Praxis steht: hier erschließt sich die Verbindung zu Gullveig über Heiðr, die gängig als eine andere Inkarnation von Gullveig gedeutet wird, und die ebenfalls magisch praktiziert und lehrt.

Es sind bei dieser Betrachtung zwei Beobachtungen explizit zu machen: zum Einen ist Lokis Sexualität, sofern sie nicht der reinen Lustbefriedigung dient, durchaus und offensichtlich fruchtbar. Darin (unter Anderem) unterscheidet sich Loki von Trickster-Gottheiten, deren Sexualität i.A. ausschließlich mit Appetitbefriedigung zu tun hat und keine Früchte hervorbringt.

Zum Anderen, und deutlich interessanter ist festzustellen, dass Lokis Nachwuchs in allen eindeutig identifizierten Fällen nach der Mutter kommen. Die Charakteristiken von Lokis Kindern richten sich nach der Mutter: Angrboða gebiert Ihm starke, aber gefährliche Kinder. Sigyns Kinder sind hingegen vollständig “akzeptabel” und in der Asengesellschaft sozialisiert. Gullveigs Kinder sind, wie auch sie selbst, weiblich, magisch, und unabhängig. Diese Beobachtungen lassen darauf schließen, dass Lokis Frauen eine gewisse Dominanz innewohnt, die wiederum im Einklang mit der Erörterung von Loki als “unmännlichem” Mann stehen. Loki wird durch Seine Frauen zwar nicht beherrscht, aber sie treten Ihm gegenüber dominant in Erscheinung und haben großen Einfluss auf Sein Wirken als Mann.

So ist es letztlich nicht verwunderlich, dass Skaði bei Lokis endgültiger Entmachtung eine entscheidende Rolle zukommt: Sie ist diejenige, die die Gift tropfende Schlange über Lokis Kopf befestigt, als Er gefangen genommen und gefesselt wird. Das verwendete Wort für Gift, eitr, wiederum steht direkt im Zusammenhang mit nið — Rufmord (Völuspá 56) — was seinerseits historisch eng mit dem bereits erwähnten ergi assoziiert ist [1].

Loki und menschliche Frauen

Hier wird es zugleich einfach und extrem kompliziert. Die Einfachheit ergibt sich dadurch, dass in der Überlieferung keinerlei Hinweis auf eine Verbindung Lokis mit menschlichen Frauen (oder Männern) gibt. Bei anderen Göttern, beispielsweise Freyr und Ríg (Heimdallr) sind Verbindungen mit menschlichen Frauen eher thematisierbar. Weiterhin ist es auch insofern einfach, als dass Loki historisch keinen Kult hatte — die Frage nach Gemahlinnen-Priesterinnen stellt sich also von vorn herein nicht.

Dennoch übt Loki auch auf menschliche Frauen eine starke Anziehungskraft aus, die sich nicht zuletzt auch auf Seine spezielle performative Männlichkeit richtet. Loki mag in der Vergangenheit keinen Kult gehabt haben, aber heute ist dem mitnichten mehr so.

Wer sich in den Diskurs um Sexualität mit Loki begibt, dem begegnet Er in sexueller Hinsicht sehr selbstsicher, (auf)fordernd, experimentierfreudig. Man kann sich Seiner Sexualität kaum entziehen. Loki ist als Mann unglaublich präsent, selbstbewusst, zeigefreudig (!), ohne sich selbst und Seine Männlichkeit dabei aber jemals 100% ernst zu nehmen. Vielleicht ist es gerade dieser spielerische Umgang mit Männlichkeit, der Loki für Menschenfrauen so attraktiv macht — eine Attraktion, die sich natürlich auch erst im heutigen Zeitalter entfaltet. Zunehmend wird der “Graubereich” zwischen den Geschlechteridentifikationen wiederentdeckt; das Phänomen Slash-Fanfiction — also männlicher Homoerotika zwischen üblicherweise als heterosexuell verorteten Charakteren von und für weibliches Publikum — ist länst im Mainstream angekommen und zeugt von einer in die Gleichheit, und damit Gleichberechtigung projizierten Auseinandersetzung mit typisch männlichen und weiblichen Rollen.

Loki als der Gott der Slash-Fanfiction? Warum eigentlich nicht. Keiner im nordischen Götterhimmel verkörpert fluide Sexualität, und wie oben ausgeführt, die Beziehung zu eigenständigen, bisweilen dominanten Frauenfiguren, wie der Matronym-führende Loki es tut.

Loki und ich

Dass Loki bei Seinen Verehrern sexuell in Erscheinung tritt, ist eher die Norm als die Ausnahme. Lokis Energie ist ansteckend und katalytisch, und nicht selten bedient Er sich auch Seiner Sexualität und der Seiner Verehrer für Seine Zwecke. Als ich Loki kennenlernte, bekam ich auch gleich eine ausführliche Kostprobe Seiner sinnlichen, lustvollen, hedonistischen Seite präsentiert. (Natürlich hab ich auch gleich mal genascht… ahem!)

Obwohl Sexualität in meiner Beziehung zu Loki auch weiterhin eine wichtige Rolle spielt, habe ich sehr schnell gemerkt, dass sie keine primäre Bedeutungsträgerin ist. Loki ist verschwenderisch damit, aber daraus auf eine besondere Beziehungstiefe zu schließen, ist ein Fehler.

Als Frau eine bedeutsame Nähe zu Loki zu finden, kann sich niemals allein auf Sexualität stützen. Er ist anspruchsvoll und erzieht einen kompromisslos zu Eigenständigkeit — in allen Lebensbereichen. Er zwingt mich, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es weh tut; Er lässt es nicht zu, dass ich mich in soziale Abhängigkeiten begebe, auch wenn das bedeutet, dass ich oft allein bin.

Die besondere Kunst besteht darin, gerade in der Eigenständigkeit Wege zur Hingabe zu finden. Hingabe aus Abhängigkeit ist von geringem Wert für Ihn — Er fordert sie von mir, aber sie muss stets aus einer Position der Stärke geschehen, dabei aber nicht weniger als absolut sein.

Literaturhinweise und weiterführende Links

[1] Folke Ström: Nið, ergi, and Old Norse moral attitudes. London, Viking Society 1974

[2] Freyia Völundarhúsins: A Womb by Magic — Transcending Gender, Transcending Realities

[3] Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart, Kröner 2006

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