Mein Wilder Jäger

Mein Liebster ist ein Wilder Jäger. Oft, da verstehe ich es nicht. Ich versinke in Seinen Armen, spüre Seine ruhende Kraft, drehe mich um in Seinen Armen und küsse Sein strahlendes Gesicht.

“Ruh’ dich aus”, sagt Er zu mir,  am seidenen Faden, und streicht über meinen Körper, rot zu gelb, zu grün, zu blau, und wieder zurück zu rot, bis ich eingeschlafen bin.

Könnte ich dasselbe für Ihn tun? Wie kann ich es wagen, so etwas zu hoffen?

Und dennoch, als mein Liebster, der Wilde Jäger, mir begegnet und ich Ihm — ist es für ein paar wertvolle Augenblicke genau das.

Der grimmige Zug um Seinen Mund löst sich, als gäbe es nichts außer diesem hier und jetzt. Für einige Momente, und wenn in Seinem Mundwinkel Blut klebt, ist es für diesen Augenblick vergessen, nur ein Fleck.

Ich küsse Ihn nicht, bleibe still und warte; für einen Moment fürchte ich Seine Wildheit, denn ich weiß, Er kann mich zu Sich befehlen — Er tut es nicht.

Momente der Stille gehen vorüber, als Er mir gegenüber sitzt, an dem Tisch, den ich für Ihn gerichtet habe. Mein Liebster ist ein Wilder Jäger, und dieses Jahr warte ich hier auf Ihn mit allem, was ich Ihm zu geben habe.

[geschrieben am 21. 12. 2013]

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About Myriad

Myriad Hallaug Lokadís
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3 Responses to Mein Wilder Jäger

  1. Hetvas says:

    Liebe Myriad, wie geht es euch? Die wilde Jagd ist längst vorbei … Seid ihr noch beieinander? Ist er davon gejagt oder ist dein hoch loderndes Feuer nur noch ein Glühen oder gar erloschen? Das würde ich sehr bedauern. Ich habe nun schon seit längerer Zeit alle deine auf deutsch verfügbaren Einträge gelesen und es wäre wunderbar, wenn es weiterginge.

    • Myriad says:

      Hallo Hetvas! Bin sehr überrascht, aber positiv überrascht(!), Deinen Kommentar zu lesen..

      Ja, wir sind noch beieinander, sogar noch “beieinanderer” als zuvor, wenn man so will. Er jagt davon, und kommt immer wieder, und ist immer willkommen. Auf dem Blog ist es für eine Weile recht still gewesen, aber nicht zwischen Ihm und mir. Meine Blog-Pause hatte damit zu tun, dass ich meine Doktorarbeit zu Ende geschrieben habe (vor einer Woche abgegeben). Nun bin ich schon länger am Überlegen, wie ich wieder ins Bloggen “reinkomme”.

      Ich freu’ mich so über Deinen Kommentar, ist schon nicht mehr feierlich :) (Und es gibt mir natürlich auch nochmal nen ordentlichen Motivationsschub auch weiterhin zweisprachig zu bloggen!)

      • Hetvas says:

        Beieinander. Beieinanderer. Durcheinander? ;)

        Freut mich, dass ich ein Lächeln zaubern konnte. Es scheint ja nur so, dass ich dich überraschend angesprochen habe. Für mich war es folgerichtig. Da ich deine Texte gelesen habe, bist du mir weniger fremd. Ich kenne dich quasi schon eine Weile. Dich und ihn. Natürlich ist das ein eingeschränktes Kennen. Schon klar.

        Ein erster Schritt zum Wiedereinstieg ist ja schon vollzogen: du hast ein neues Bild. Und vielleicht auch bald einen neuen Text. In Deutsch wäre für mich ideal. Englisch beherrsche ich nur rudimentär. Für Deine textlichen Schwergewichte, sowohl in Länge als auch im Inhalt, aber bei weitem nicht ausreichend.

        Ich werde mir die nächsten Tage auch noch einmal deinen langen Text zum Umgang mit unbequemen Wahrheiten durchlesen. Der war wirklich inspirierend. Bleibe entspannt, du schreibst nur für dich, für niemanden sonst. Geduld soll ja eine Tugend sein …

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